Onpage- oder Offpage-Optimierung: wo Sie anfangen
Onpage-Optimierung ist alles, was auf Ihrer eigenen Website passiert: Technik, Struktur, Inhalte. Offpage sind die Signale von außen, vor allem Verweise und Erwähnungen. Anfangen sollten Sie bei Onpage — nicht weil es wichtiger wäre, sondern weil es vorher kommt: Eine Seite, die Google nicht indexiert oder für die Suchanfrage nicht relevant hält, rankt auch mit Verweisen nicht, und Onpage ist der Teil, über den Sie allein entscheiden.
Was im Netz zu diesem Begriffspaar steht, sind meist zwei Listen nebeneinander. Die helfen bei der Umsetzung, nicht bei der Entscheidung. Dieser Beitrag beantwortet die andere Frage: Welche der beiden Hälften ist bei Ihrer Website gerade die Bremse, und in welcher Reihenfolge arbeiten Sie sie ab? Die vollständigen Maßnahmenlisten stehen auf den Leistungsseiten zur Onpage-Optimierung und zur Offpage-Optimierung; die knappen Definitionen im Lexikon unter Onpage-Optimierung und Linkbuilding.
Die zwei Hälften, nach Zuständigkeit sortiert
Die entscheidende Spalte ist nicht „Maßnahme“, sondern „woran Sie die Wirkung messen“. Ohne eine Messgröße ist jede der folgenden Zeilen eine Glaubensfrage.
| Hälfte | Maßnahmengruppe | Wer das umsetzen kann | Woran Sie die Wirkung messen | Wann sie eintreten kann |
|---|---|---|---|---|
| Onpage | Indexierbarkeit: robots.txt, noindex, Canonical, Weiterleitungen | nur mit CMS- oder Entwicklerzugang | Statuszeile im URL-Prüftool der Search Console: „URL ist auf Google“ oder nicht | nach dem nächsten Crawl der Seite |
| Onpage | Titel, Meta-Beschreibung, Überschriften | eigenes Team | Klickrate je Suchanfrage für diese eine Seite | nach dem nächsten Crawl der Seite |
| Onpage | Inhalt und Suchintention, eine Seite je Frage | eigenes Team mit Fachwissen, oft zusammen mit einer Agentur | Zahl der Suchanfragen, über die die Seite überhaupt gefunden wird | nach erneuter Indexierung, dann laufend |
| Onpage | Interne Verlinkung | eigenes Team im CMS, in Shops mit Entwickler | Klicktiefe der Zielseite, Zahl der internen Verweise darauf | sofort prüfbar, wirksam nach dem Crawl |
| Onpage | Ladezeit und Core Web Vitals | fast immer nur mit Entwickler | Messwerte der Seite, kein Agenturbericht | abhängig von Hosting und Vorlage |
| Offpage | Verweise von fachlich passenden Websites | eigene Kontakte, Fachmedien, Agentur — nie Einkauf | Zahl der verweisenden Domains im Bericht „Links“ der Search Console | kein planbarer Termin: erst wenn Google die verweisende Seite gecrawlt und bewertet hat |
| Offpage | Erwähnungen, Verzeichnisse, Unternehmensprofil | eigenes Team, Pflege dauerhaft | Vollständigkeit und Einheitlichkeit der Firmendaten, Zahl echter Nennungen | fortlaufend |
Zur letzten Spalte eine Einschränkung, die Sie in Angeboten selten lesen: Einen Zeitraum nennt Google nicht. Die Hilfeseite „Benötigst du einen Suchmaschinenoptimierer (SEO)?“ enthält, abgerufen am 27. Oktober 2026, keine Dauerangabe, sondern eine Frage, die Sie Ihrem Dienstleister stellen sollen — „Welche Ergebnisse erwartest du in welchem Zeitraum? Wie misst du deinen Erfolg?“ — und die Warnung: Wer Ihnen garantiert, dass Ihre Website durch seine Änderungen ganz oben erscheint, ist der falsche Dienstleister. Jede Zahl, die Ihnen eine Wirkungsdauer verspricht, stammt also nicht von Google.
Welche Hälfte klemmt bei Ihnen? Drei Prüfungen
Alle drei können Sie ohne Technikkenntnisse selbst machen. Der Nutzen steckt in der Deutung, nicht in der Prüfung.
Prüfung 1: Steht die Seite überhaupt im Index?
Nehmen Sie die URL Ihrer wichtigsten Zielseite und geben Sie sie im URL-Prüftool der Search Console ein. Googles Hilfe beschreibt die Statuszeile so: „URL ist auf Google bedeutet, dass die URL in den Suchergebnissen erscheinen kann, aber nicht muss. URL ist nicht auf Google bedeutet, dass die URL nicht in den Suchergebnissen erscheinen kann.“
Deutung. „Nicht auf Google“ heißt: Ihr Problem liegt vollständig in Ihrer eigenen Hälfte, und zwar im technischen Teil davon. Die Ursache steht laut derselben Hilfeseite „normalerweise“ im Abschnitt Crawling. Googles Beschreibung der Indexierung nennt als häufige Probleme geringe Inhaltsqualität, Robots-Regeln, die die Indexierung verhindern, und ein Website-Design, das die Indexierung erschwert. Solange dieser Status steht, ist jeder Euro für Verweise von außen verbrannt — und zwar ohne jedes Risiko einer Fehldiagnose, denn das ist keine Gewichtungsfrage, sondern eine Reihenfolge.
Zweite Lesart derselben Prüfung: „URL ist auf Google“ ist kein Erfolgsnachweis. Google schreibt ausdrücklich, das heiße nicht, dass Ihre Seite in den Suchergebnissen erscheint, weil das Werkzeug nicht alle Anforderungen prüft.
Prüfung 2: Findet man die Seite für Ihren Begriff überhaupt?
Suchen Sie Ihren wichtigsten Begriff und sehen Sie die ersten Ergebnisseiten durch. Ergebnis A: Ihre Seite kommt gar nicht vor, obwohl sie laut Prüfung 1 im Index steht. Ergebnis B: Sie steht auf Seite zwei oder drei.
Deutung A. Google nennt für genau diesen Fall — indexiert, aber nicht in den Ergebnissen — drei mögliche Gründe: der Inhalt ist für die Suchanfragen der Nutzer nicht relevant, die Qualität ist gering, oder Robots-Regeln verhindern die Bereitstellung. Alle drei liegen in Ihrer Hälfte. Das ist fast immer eine Inhaltsfrage: Die Seite beantwortet eine andere Frage als die, die getippt wird.
Deutung B. Rang 11 bis 30 bedeutet, dass Google die Seite für relevant genug hält, um sie zu zeigen. Jetzt — und erst jetzt — wird Autorität von außen zu einer plausiblen Bremse. Plausibel, nicht bewiesen: Die Relevanz werde „von Hunderten von Faktoren bestimmt“, schreibt Google, und ein einzelner Faktor lässt sich aus einer Position nicht ablesen. Der ehrliche nächste Schritt ist deshalb erst der Vergleich mit den Seiten vor Ihnen — was bieten die, was Ihre nicht bietet? — und danach der Blick auf die Verweise.
Prüfung 3: Ist die Seite von Ihrer eigenen Website aus erreichbar?
Klicken Sie sich von der Startseite zur Zielseite, ohne die Suchfunktion zu benutzen. Finden Sie keinen Weg oder nur einen über mehrere Umwege, ist das ein Onpage-Befund — und einer, der auf die Entdeckung durchschlägt. Google beschreibt die URL-Erkennung so: Seiten werden unter anderem gefunden, „wenn Google einen Link von einer bekannten Seite extrahiert, der auf eine neue verweist“. Interne Verweise sind damit nicht nur Navigation, sondern der Weg, auf dem Ihre Seiten überhaupt bekannt werden. Wir haben das an anderer Stelle ausführlicher behandelt: warum ohne interne Verlinkungen gar nichts geht.
Die Reihenfolge — und was wir dazu nicht behaupten
Die Reihenfolge ist: Indexierbarkeit, dann Inhalt und Suchintention, dann interne Verlinkung, dann Verweise von außen. Begründen lässt sie sich nicht mit einer Gewichtung, sondern mit drei Abhängigkeiten. Erstens ist Indexierung eine Vorbedingung, die Google nicht zusichert: „Die Indexierung wird nicht garantiert — es wird also nicht jede Seite, die von Google verarbeitet wird, indexiert.“ Zweitens gilt dieselbe Vorbedingung inzwischen auch für KI-Antworten in der Google-Suche: Damit eine Seite dort erscheinen kann, muss sie laut Googles Leitfaden indexiert und für ein Snippet geeignet sein. Drittens ist Onpage die Hälfte, über die Sie allein verfügen; bei Offpage entscheidet immer jemand anders.
Was Sie hier nicht lesen werden, ist eine Verhältniszahl. Die verbreiteten „70 zu 30“ oder „80 Prozent Onpage“ haben keine Quelle, die ihr Verfahren offenlegt. Zu den Werkzeugen, aus denen solche Zahlen stammen, merkt Google in seiner Hilfe selbst an, dass es Drittanbieter-SEO-Tools weder bewertet noch unterstützt und dass diese Tools „keinen Zugriff auf die internen Rankingdaten von Google haben“. Das betrifft auch Autoritätswerte, die wie eine Messung aussehen und eine Schätzung sind — nachzulesen in unserem älteren Beitrag zur Domain Authority. Was sich belegen lässt, ist die Reihenfolge. Nicht das Mischungsverhältnis.
Für mittelständische Websites, die wir in Erstgesprächen sehen, liegt der erreichbare Teil fast immer in der eigenen Hälfte — nicht weil Verweise unwichtig wären, sondern weil dort die Befunde liegen, die man selbst abstellen kann: nicht indexierte Zielseiten, zwei Seiten für denselben Begriff, Weiterleitungen, die ein Relaunch verschluckt hat. Wie man diesen Befund systematisch erhebt, ist ein eigenes Thema; den Rahmen dafür beschreibt unsere SEO-Analyse.
Wo die Zweiteilung 2026 nicht mehr trägt
Erwähnungen ohne Link und das Genannt-Werden in KI-Antworten passen in keine der beiden Hälften. Google selbst zieht die Grenze anders: Optimierung für die Suche mit generativer KI sei „eine Optimierung für die Suche insgesamt und damit weiterhin SEO“. Wer dafür eine dritte Disziplin einkaufen will, sollte vorher unseren Beitrag zu GEO, der Generative Engine Optimization, lesen.
Was in der Offpage-Hälfte nicht wirkt
Hier ist die Quellenlage eindeutig, weil Google es selbst aufschreibt. Als Link-Spam — „das Erstellen von Links zu oder von einer Website, hauptsächlich um das Suchranking zu manipulieren“ — führen die Spamrichtlinien unter anderem auf: ge- oder verkaufte Links, die das Ranking verbessern sollen, Austausch von Waren oder Dienstleistungen gegen Links, exzessiven Linktausch, automatisiert erzeugte Links, Sitelinks zu Verzeichnissen geringer Qualität, in Fußzeilen verteilte Links und Forenkommentare mit optimierten Links in Beitrag oder Signatur. Die Folge steht ebenso dort: „Websites, die gegen unsere Richtlinien verstoßen, erhalten möglicherweise ein niedrigeres Ranking oder werden gar nicht in den Suchergebnissen angezeigt.“
Bezahlte Platzierungen sind damit nicht verboten, sondern kennzeichnungspflichtig. Google formuliert es so: Es verstoße nicht gegen die Richtlinien, solche Links zu haben, „solange sie qualifiziert sind und das <a>-Tag den Attributwert rel="nofollow" oder rel="sponsored" hat“. Für Werbung und bezahlte Platzierungen ist rel="sponsored" vorgesehen, für von Nutzern erstellte Inhalte wie Kommentare und Forenbeiträge rel="ugc", und rel="nofollow", wenn die anderen Werte nicht zutreffen. Links mit diesen Attributen folgt Google „in der Regel nicht“.
Der zweite verbreitete Irrtum ist das Disavow-Werkzeug. Es gilt vielen als Pflichtprogramm jeder Betreuung. Googles Hilfeseite sagt das Gegenteil: „In den meisten Fällen kann Google ohne zusätzliche Hilfe beurteilen, welche Links vertrauenswürdig sind, sodass dieses Tool für die meisten Websites nicht verwendet werden muss.“ Die Seite nennt zwei Bedingungen, die zusammen erfüllt sein müssen: Eine erhebliche Anzahl von Spam-, künstlichen oder minderwertigen Links verweist auf Ihre Website, und diese Links haben eine manuelle Maßnahme ausgelöst oder werden wahrscheinlich eine auslösen. Vorrang hat laut derselben Seite ohnehin, so viele Spamlinks wie möglich aus dem Web entfernen zu lassen. Nebenbei: Domain-Properties unterstützt das Werkzeug nicht.
Und der dritte, inzwischen häufigste: Erwähnungen künstlich erzeugen, um in KI-Antworten vorzukommen. In Googles Liste der Dinge, die man ignorieren kann, steht dazu, das Erzeugen unauthentischer Erwähnungen im Web sei „nicht so hilfreich, wie es vielleicht scheint“, weil die zentralen Ranking-Systeme auf hochwertige Inhalte abstellen und andere Systeme Spam blockieren.
Quellen
Alle Fundstellen am 27. Oktober 2026 im Volltext geprüft:
- Spamrichtlinien für die Google Websuche, Abschnitt Link-Spam (Seitenstand 2. September 2026)
- Ausgehende Links für Google eingrenzen zu
nofollow,sponsored,ugc(Seitenstand 8. März 2026) - Links zu Ihrer Website für ungültig erklären, Search-Console-Hilfe
- So funktioniert die Google Suche zu Crawling, Indexierung und Bereitstellung (Seitenstand 18. Dezember 2025)
- Bericht zur URL-Prüfung, Search-Console-Hilfe
- Website für generative KI-Funktionen in der Google Suche optimieren (Seitenstand 15. Juli 2026)
- Benötigst du einen Suchmaschinenoptimierer (SEO)?
Häufige Fragen
Was ist wichtiger, Onpage oder Offpage?
Google veröffentlicht keine Gewichtung. In der eigenen Dokumentation heißt es nur, die Relevanz werde „von Hunderten von Faktoren bestimmt“ (Stand 27. Oktober 2026). Belegbar ist dagegen eine Reihenfolge: Eine Seite, die nicht im Index steht, kann nicht ranken — „Die Indexierung wird nicht garantiert“, schreibt Google — und Verweise von außen ändern daran nichts. Onpage ist deshalb nicht das Wichtigere, sondern das Vorherige.
Kann ich Offpage-Optimierung weglassen?
Ganz weglassen nicht, denn Verweise sind auch ein Entdeckungsweg: Google findet Seiten laut eigener Beschreibung unter anderem, „wenn Google einen Link von einer bekannten Seite extrahiert, der auf eine neue verweist“. Aufschieben können Sie sie aber. Solange wichtige Seiten nicht indexiert sind oder die Suchintention verfehlen, wirkt zusätzliche Autorität auf eine Seite, die Google ohnehin nicht ausliefert. Und wenn Sie Offpage angehen, dann ohne Einkauf: Ge- oder verkaufte Links für ein besseres Ranking stehen ausdrücklich in Googles Spamrichtlinien.
Wie viele Backlinks brauche ich?
Es gibt keine seriöse Zahl, und wir nennen bewusst keine. Google veröffentlicht keinen Schwellenwert, und die verbreiteten Zahlen stammen aus Korrelationsrechnungen von Werkzeuganbietern — zu denen Google selbst anmerkt, dass diese Tools „keinen Zugriff auf die internen Rankingdaten von Google haben“. Prüfbar ist nur die Richtung: wenige Verweise von fachlich passenden, echten Websites statt vieler aus Netzwerken, Verzeichnissen geringer Qualität oder Forensignaturen — alles drei führt Google als Beispiele für Link-Spam.
Woran erkenne ich, ob mein Problem Onpage oder Offpage ist?
Mit einer Prüfung in der Search Console. Zeigt das URL-Prüftool für Ihre Zielseite „URL ist nicht auf Google“, liegt das Problem in Ihrer eigenen Hälfte — die Ursache steht laut Google-Hilfe „normalerweise“ im Abschnitt Crawling. Steht die Seite im Index, wird aber für Ihren Begriff nicht gefunden, nennt Google als mögliche Gründe fehlende Relevanz, geringe Qualität oder Robots-Regeln: ebenfalls Onpage. Erst wenn beides sauber ist, ist Autorität von außen die plausible Bremse.
Muss ich schlechte Backlinks mit dem Disavow-Werkzeug entwerten?
In der Regel nicht. Googles Hilfeseite sagt dazu: „In den meisten Fällen kann Google ohne zusätzliche Hilfe beurteilen, welche Links vertrauenswürdig sind, sodass dieses Tool für die meisten Websites nicht verwendet werden muss.“ Für ungültig erklären sollten Sie Links nur, wenn eine erhebliche Anzahl von Spam-, künstlichen oder minderwertigen Links auf Ihre Website verweist und diese Links eine manuelle Maßnahme ausgelöst haben oder wahrscheinlich auslösen werden. Beide Bedingungen müssen zusammen zutreffen. Domain-Properties unterstützt das Werkzeug ohnehin nicht.